Sommerfluglager 2018

By | 15. September 2018

„Clausi hört!“, sprach der König und bekam kein Käschtle

Was es damit auf sich hat, dazu später mehr.

Zwei Wochen Sommerfluglager liegen hinter uns. Wählten wir sonst für dessen Standort einen externen Flugplatz aus, so sind wir in diesem Jahr von unserer Tradition abgewichen und am Heimatflugplatz Schwarzheide geblieben, da wir bereits das Pfingstfluglager andernorts – in Langhennersdorf – ausgerichtet haben. Wir revanchierten uns bei unseren dortigen Fliegerkollegen, indem der ACS und wir sie in der ersten Fluglagerwoche diesmal als unsere Gäste begrüßten. Hand in Hand konnten die drei Vereine den Flugbetrieb problemlos stemmen. Besonders erfreulich war für uns natürlich die rege Beteiligung aus den eigenen Reihen, an keinem Tag zählte die Akaflieg eine weniger als zweistellige Zahl Lizenzer und Flugschüler und stellte im Laufe der zwei Wochen insgesamt sechs Fluglehrer und Fluglehrerinnen, die den Schülern durch unterschiedliche Methoden und eigenen Flugerfahrungen eine reiche Lernvielfalt boten. Ihre Arbeit sollte so einige Früchte tragen.
Nun stell dir dazu einmal vor, du bist Flugschüler und dein Fluglehrer steht plötzlich draußen am Flächenende, statt hinter dir im Flieger zu sitzen! Drei unserer Flugschüler kamen in die Verlegenheit dieses Anblickes, denn ihre ersten Alleinflüge standen bevor. Die Nervosität, die sich vom Leerräumen des Fluglehrersitzes, über das Schließen der Haube und mit jedem weiteren Stück straffenden Seiles steigerte, denn schließlich hielt man nun die volle Verantwortung seines fliegerischen Handelns in der eigenen Hand, verflog just mit Anrollen des Fliegers. Der Anspannung folgte Konzentration und schließlich dieses pure Glückgefühl von Freiheit und Stolz, das viele von uns antreibt in den Flieger zu steigen. So schafften sie die jeweils drei Starts mühelos. Und auch die anderen Piloten waren nicht weniger erfolgreich. Verzeichnen konnten wir daneben zwei Einsitzerumschulungen, eine B- und zwei C-Prüfungen. Natürlich hätte das alles nicht ohne Bodenpersonal geschehen können. Daher dürfen die jeweils zwei aus der parallel gelaufenen Windenschulung hervorgegangenen Windenlehrer und Windenfahrer zu erwähnen nicht vergessen werden!

Wer nun glaubt, es herrsche stetige Disziplin und wir lenkten unsere volle Energie einzig in die Fliegerei, der irrt. Vor allem wetterbedingte Pausen boten viel Potenzial für soziales Miteinander und dafür die angestauten Flausen im Kopf herauszulassen. Als uns beispielsweise einmal ein Regenschauer kurz nach Beenden des Startaufbaus überraschte und den Flugbetrieb verzögerte, teilten wir uns Trockenheit suchend auf die Fahrzeuge auf. So sitzt man gemeinsam mit seinen Freunden, betrachtet die volle Schönheit der drei Schulungsflugzeuge, lauscht dem Regen und dem Radio Winde über das Funkgerät. Anschließend schleicht man sich duckend und der kurzzeitigen Nässe unabgeschreckt um eines der Flugzeuge herum, öffnet blitzschnell die Haube, kitzelt den darin dösenden Fluglehrer bis sein volles Bewusstsein die Schläfrigkeit abgelöst hat, schließt die Haube blitzschnell wieder, eilt in den trockenen Wagen und nimmt im Moment der erneuten Ruhe endlich mal wieder richtig war, wie schön das Dasein als Akaflieger eigentlich ist. Im Eifer des Unsinns hörte man dann und wann auch den Funkspruch „Clausi hört“, der tatsächlich nicht vom Funkgerät haltenden Clausi, sondern vom Verwirrung stiftenden König geäußert wurde. Beim Käschtlegericht wurde sich darauf geeinigt, dass dieser Funkspruch kraft des Königs Amtes nicht mit einem Käschtle belegt wird. Stattdessen wurde dieser Funkspruch in die offiziell inoffiziellen Phrasen etabliert und den Rest der Zeit von allen genutzt.

Zum Bergfest besuchten uns ein paar Akaflieger, die sonst ihre Zeit vorrangig der D-B11 widmen, und saßen und aßen das köstliche Grillgut, Geschichten austauschend, am Lagerfeuer und bewiesen auch ohne Flugerfahrung beim späteren Flugspiel, bei dem teils durch Glück, teils durch Berechnung ein erdachter Streckenflug zurückgelegt werden musste, nicht wenig Talent. Wobei es wenig verwundert, dass der Gesamtsieg am Ende von den Piloten unserer in der DMSt-Wertung Sachsen zweitplatzierten Juniorenmannschaft eingefahren wurde.  

Während wir den folgenden Ruhetag mit Gesellschaftsspielen verbrachten, dachten wir uns: “Investierten wir auch nur halb so viel Zeit in Baustunden, wie in die aktuell laufende Munchkin Partie, so wäre der DG-Hänger im Handumdrehen lackiert.“ Gesagt, getan. Eine kleine Gruppe nahm sich dieser Aufgabe an und so präsentiert dieser sich nun sehr ansehnlich in reinweiß.  

Insgesamt gab es in den zwei Sommerfluglagerwochen reichlich Ausbildungserfolge, Spaß, keine akuten Zwischenfälle und lang aufgeschobene Arbeit konnte erledigt werden. Wir danken allen Teilnehmern für ihren Einsatz und freuen uns auch zukünftig auf eine solch gute Bilanz!