Konstruktionsseminar 2017

By | 29. November 2017

Das Konstruktionsseminar, kurz KoSe oder lang Flugzeugauslegungsintensivschulungslehrgang, ist mittlerweile seit vielen Jahren, wie lange konnte mir niemand so genau sagen, fester Bestandteil des Terminkalenders jeder Akaflieg. Blacky aus der Akaflieg Stuttgart hat bereits einen sehr schönen Bericht über das diesjährige KoSe verfasst, auf den ich hier auch gerne verweise:

http://www.uni-stuttgart.de/akaflieg/2017/11/konstruktionsseminar-2017/

Unsere Gruppe, die letztes Jahr das KoSe besuchen durfte hat diesem sogar ein Gedicht gewidmet:

https://akaflieg-dresden.de/kose/

Und auch auf der Seite der Idaflieg gibt es einige erklärende Worte zu dieser Veranstaltung:

http://idaflieg.info/konstruktionsseminar/

Was kann ich also noch groß über das KoSe erzählen? Ich versuche es mit ein paar persönlichen Eindrücken und weniger fachlicher Tiefe. Es beginnt mit der Anreise: Neben uns vier Dresdnern_innen (Gregor, Manuel, Sofie und mir) hat sich noch Alex von den Berliner Akafliegern zu uns gesellt. Die vierstündige Fahrt bot auch gleich eine gute Gelegenheit sich besser kennen zu lernen. In Bartholomä angekommen galt es natürlich erst einmal die fs30 zu erkunden. Richtig, dabei handelt es sich nämlich nicht um einen fliegenden Prototypen der Stuttgarter, sondern um deren Flugplatzhaus und wer dieses einmal besichtigen durfte wird mir mit Sicherheit zustimmen, dass es eine Prototypenbezeichnung mehr als verdient hat. Über die Jahre wurden hier mit Sicherheit Baustunden für mehr als einen Prototyp investiert, Grenze nach oben weiterhin offen.

Nachdem ich die Schlafgelegenheiten und den Gemeinschaftsraum besichtigt hatte, fand ich im Keller die Sauna, von der mir bereits erzählt wurde. Im Nebenraum traf ich auf „Pöff“, der ähnlich eines Orgelspielers an sämtlichen Registern (Ventilen, Schaltern, Hebeln, Knöpfen) zugange war, um die Fußbodenheizung in Gang zu setzen, was, wie er mir erklärte doch eine Wissenschaft für sich ist. Ein gekonnter Schlag auf die Pumpe stellte sich später als entscheidender Kniff heraus 😊. Der Thermalhaushalt der fs30 sollte auch über die folgenden Tage ein spannendes Thema bleiben, denn Holzofen, Heizung und Fußbodenheizung standen im Gegensatz zur kalten Luft von draußen. So wurde der Ofen während der Lüftungspausen schnell wieder zum zentralen Anlaufpunkt.

Nach und nach trudelten immer mehr Teilnehmer_innen aus allen Ecken der Republik ein. Am Ende sollten es 22 aus acht Akafliegs sein. Janning „Rospa“ Quint (Projektleiter der fs35) eröffnete den Reigen der Vortragenden, es folgten mit Ullrich Kopp (Akaflieg Berlin), Peter Kämpf (Akaflieg Braunschweig), Thorsten Lutz (IAG Universität Stuttgart), Werner „Micro“ Scholz (Akaflieg Stuttgart) und Martin Heide (Akaflieg Stuttgart) weitere Hochkaräter in den nächsten Tagen. Interessant zu sehen war, dass gerade in kleineren Betrieben der Luftfahrt die Ingenieure einen immensen Überblick über die Zusammenhänge eins einzelnen Projekts haben müssen, was sie damit wieder zu Experten in dieser Nische macht.

Die Vorträge gingen in der Regel von neun bis 19 Uhr (!), was nur durch literweise Konsum von Kaffee und Schwarztee ermöglicht wurde. Die Abendgestaltung fiel dementsprechend entspannt, bei dem ein oder anderen Kaltgetränk aus. Die letzten technischen Diskussionen wurden spätestens in der Sauna durch Aufgüsse zum Verstummen gebracht oder bei Tabu, Werwolf und Siedler eher in soziale Kontaktpflege umgemünzt.

An dieser Stelle ein riesen Lob an die Stuttgarter, die uns während der ganzen fünf Tage mit einem dreiköpfigen Team fürstlich versorgt haben und diese wirklich wichtige Veranstaltung seit Jahren zu einem absoluten Höhepunkt der Saison machen.

Gruppenbild der Teilnehmer am KoSe 2017

Einmal mehr zeigte sich für mich diese positive Dynamik, die entsteht, wenn motivierte Menschen mit einer gemeinsamen Passion zusammenkommen. Dabei spielte es auch keine Rolle, ob man sich bereits oder eben erst kennen gelernt hat. Dieser Austausch ist und bleibt für mich eine der größten Stärken der Idaflieg. Mit den gewonnenen Erkenntnissen gehen auch wir mit einem gehörigen Motivationsschub an die weiteren Arbeiten unserer D-B11 und wer auch immer nächstes Jahr zum KoSe geht, darf sich jetzt schon freuen.